Einleitung

Die Onsite-Suche befindet sich in einem spannenden Wandel: Neue Technologien, datengetriebene Ansätze und frische Denkweisen fordern etablierte Lösungen heraus.
Besonders im B2B-Commerce entstehen dadurch neue Chancen, Kundenerlebnisse und Conversion Rates nachhaltig zu verbessern.

Im Rahmen eines Projekts für einen B2B-Retailer habe ich verschiedene Anbieter evaluiert. Neben etablierten Lösungen trat auch ein neuer Player an: BatteryIncluded GmbH, gegründet 2023 von Simon Reichel und Thomas Ballmann.

Trotz des jungen Unternehmensalters bringt Simon bereits umfangreiche Erfahrung aus dem Onsite-Search-Sektor mit – und positioniert BatteryIncluded bewusst als Herausforderer am Markt. Über die Hintergründe der Gründung, die Vision von BatteryIncluded und die Rolle der drei Säulen habe ich mit Simon gesprochen.


Christian:
Simon, du hast schon vor BatteryIncluded im Bereich Onsite-Suche gearbeitet. Was hat dich letztlich dazu bewegt, 2023 ein neues Unternehmen zu gründen?
Simon:
Die Gründung war für mich keine spontane Entscheidung, sondern die logische Konsequenz aus vielen Jahren Erfahrung im E-Commerce. Ich habe immer wieder gesehen, dass etablierte Suchlösungen an ihrer eigenen Architektur scheitern – zu starr, zu komplex und oft nicht auf die realen Bedürfnisse der B2B-Kunden ausgerichtet. Wir wollten zeigen, dass es anders geht: agiler, transparenter und zukunftssicher. BatteryIncluded ist unsere Antwort auf diese Marktverzerrung. Und natürlich: Ich habe das Unternehmen gemeinsam mit meinem Co-Founder Thomas Ballmann gegründet – wir ergänzen uns perfekt in Vision und Umsetzung.

Christian:
Welche Erfahrungen aus deiner Vergangenheit haben dich am meisten geprägt und fließen heute in BatteryIncluded ein?
Simon:
Ich habe mit vielen sogenannten „Legacy-Systemen“ gearbeitet und dabei gelernt, dass kosmetische Verbesserungen an der Oberfläche – etwa ein schöneres Frontend – das eigentliche Problem nicht lösen. Der Kern liegt in der Datenarchitektur. Diese Erkenntnis, gepaart mit dem technologischen Fortschritt durch KI und große Sprachmodelle, war der Auslöser, etwas Neues von Grund auf zu bauen.

Christian:
Wie würdest du den „Spirit“ von BatteryIncluded in wenigen Worten beschreiben?
Simon:
Pragmatisch, schnell und lösungsorientiert. Wir hören zu, verstehen das Problem und liefern. Unsere Kunden beschreiben die Zusammenarbeit oft mit „unkompliziert, schnell und macht Spaß“. Das bringt es gut auf den Punkt – dieser Spirit ist tief in unserer Kultur verankert.


Christian:
Ihr tretet in einem Markt an, der bereits etablierte Anbieter kennt. Mit welcher Vision bist du mit BatteryIncluded gestartet?
Simon:
Unsere Vision ist es, die Onsite-Suche im B2B-Commerce neu zu definieren. Wir wollen sie von einer statischen Navigationsfunktion zu einem echten „Data Discovery Framework“ machen – also zu einem zentralen Conversion-Treiber. Der Unterschied zu klassischen Lösungen: Wir sehen Suche nicht als Pflichtfeature, sondern als strategischen Hebel für Umsatz und Kundenerlebnis.

Christian:
Was unterscheidet euren Ansatz von klassischen Suchlösungen?
Simon:
Die meisten Anbieter arbeiten mit Blackbox-Architekturen – intransparent, schwer anpassbar und mit unklaren Kostenmodellen. Wir setzen auf volle Transparenz: 100 % API-only, vollständig serverseitig und mit klar kalkulierbaren Festpreisen. Keine Klick- oder View-basierten Abrechnungen, sondern eine ehrliche Partnerschaft. So schaffen wir Planbarkeit und Vertrauen.

Christian:
Welche Rolle spielt dabei euer API-first-Ansatz?
Simon:
Eine zentrale. Der API-First-Ansatz ist nicht nur Technik, sondern unsere Geschäftsstrategie. Dadurch ist BatteryIncluded bis zu dreimal schneller integrierbar, reduziert laufende Kosten deutlich und gibt Entwicklungsteams maximale Flexibilität. Für uns ist die API das Rückgrat, das Unternehmen zukunftsfähig macht – unabhängig von Systemen oder Frontends.


Christian:
Auf eurer Website sprecht ihr von den drei Säulen „Raw Data Layer“, „Enabling Business Intelligence“ und „API only für Suggest und globale Produktlisten“. Kannst du erklären, was genau dahintersteckt?
Simon:
Klar. Diese drei Säulen sind das Fundament unseres Frameworks.

Erstens: Der Raw Data Layer – er ermöglicht es, Daten in ihrem nativen Format zu speichern, statt sie in starre Feeds zu pressen. Das schafft enorme Flexibilität und senkt den Aufwand bei der Integration komplexer B2B-Kataloge.

Zweitens: Enabling Business Intelligence – hier verwandeln wir die Suche in ein Werkzeug für datengetriebene Entscheidungen. Wir analysieren Relevance-Stream-Daten, verstehen das Nutzerverhalten besser und leiten daraus konkrete Optimierungen für Sortimente, Marketing und Conversion ab.

Drittens: API only für Suggest und globale Produktlisten – unser technisches Herzstück. Alles läuft serverseitig, was die Performance massiv verbessert und volle DSGVO-Konformität garantiert. Damit erreichen wir 100 % der Nutzer, unabhängig von Cookie-Consent-Einstellungen.

Christian:
Warum sind diese Säulen entscheidend, um den Status Quo infrage zu stellen?
Simon:
Weil sie den Kern des Problems lösen: fehlende Flexibilität, mangelnde Transparenz und zu wenig Kontrolle über Daten. Wir geben Unternehmen ihre Datenhoheit zurück und bieten eine Architektur, die wirklich skalierbar ist.

Christian:
Wie reagieren Kunden auf diesen Ansatz?
Simon:
Sehr positiv. Viele sagen: „Endlich mal jemand, der uns versteht.“ Die klare Struktur, schnelle Implementierung und das transparente Preismodell schaffen Vertrauen – und das merkt man an der Begeisterung unserer Kunden.


Christian:
Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz in eurem Ansatz – und wie setzt ihr KI konkret ein?
Simon:
KI ist kein Buzzword für uns, sondern der Kern unserer Technologie. Unsere Algorithmen verstehen die Kaufabsicht hinter einer Suchanfrage. Features wie „AIPicks“ oder „AIRecos“ helfen, relevante Produkte automatisch hervorzuheben. Ab 2025 bringen wir mit unserer „Hybrid LLM Search“ den nächsten Schritt – semantische Suche, die nicht nur Begriffe, sondern auch Bedeutungen versteht.

Christian:
Wie sollten sich Kunden jetzt schon auf die zukünftigen Herausforderungen im Bereich Suche aufstellen?
Simon:
Sie sollten über die Architektur nachdenken – nicht über einzelne Features. Wer heute eine flexible, API-basierte Lösung einführt, kann morgen problemlos mit KI-Agenten, Voice Interfaces oder neuen Frontends arbeiten. Das ist digitale Zukunftssicherheit.

Christian:
Wie sieht eure Roadmap für die kommenden 2–3 Jahre aus?
Simon:
Wir werden unsere KI-Funktionen weiter ausbauen, Partnerschaften mit Agenturen und Shopsystemen vertiefen und unsere Marktposition mit neuen Erfolgsgeschichten stärken. Unser Ziel ist klar: BatteryIncluded soll der neue Standard für performante, transparente und flexible B2B-Suche werden.


Christian:
Du bist Gründer eines sehr jungen Unternehmens. Was motiviert dich täglich, diesen Weg zu gehen?
Simon:
Mich motiviert das direkte Feedback unserer Kunden. Wenn jemand sagt: „Durch Zufall entdeckt und überglücklich!“, dann weiß ich, dass wir echten Mehrwert schaffen. Dieses Gefühl treibt mich an.

Christian:
Was möchtest du mit BatteryIncluded in den nächsten Jahren im Markt verändern?
Simon:
Ich will, dass Onsite-Suche nicht mehr als Kostenstelle gesehen wird, sondern als Wachstumsmotor. Wir möchten zeigen, dass Performance, Datenschutz und Flexibilität kein Widerspruch sind – sondern zusammengehören.

Christian:
Wenn du Unternehmen, die gerade über neue Ansätze in der Onsite-Suche nachdenken, einen Rat geben könntest – welcher wäre das?
Simon:
Denkt nicht nur über Features nach, sondern über das Fundament. Eine offene, API-first-Architektur ist der Schlüssel für langfristigen Erfolg. Wer heute die Basis richtig legt, kann morgen jedes neue Suchparadigma meistern.

Noch ein Highlight, welches mir die beiden im Anschluss an das Interview gezeigt haben.

Screenshot & Summary: “NL Search” incl. Google Gemini: 
Eine automatische Weiche differenziert klassische Keyword-Search (1-2 Keywords als Sucheingabe) und lange, semantische Anfragen automatisch. 
Umschreibende Longtail Suchanfragen werden via dem nativen Google Gemini Connector analysiert, mit dem zugrundeliegenden Datenschema abgeglichen und Filter im Frontend für User direkt ausgewählt. 

Ohne Frage-Antwort-Spiel. Ohne unnötiges Dialog-Interface oder Chatbot-Feeling. 

Ich war von dem Feature echt beeindruckt und glaube, dass diese NL Search wirklich einen großen Mehrwert bietet. Auch in Bezug auf Shopping über ChatGPT und ähnliche KI Bots.




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